Der Film beginnt als stilles Fotoprojekt – und wird zur erschütternden Reise in die Abgründe einer religiösen Parallelwelt. Fotograf Andreas Reiner trifft ehemalige Mitglieder der Zeugen Jehovas, Menschen, die den Mut hatten, eine streng kontrollierte Glaubensgemeinschaft zu verlassen. In offenen, eindringlichen Gesprächen erzählen sie von Kindheit und Jugend im engen Korsett religiöser Regeln, von psychischem Druck, sexualisierter Gewalt, Konversionstherapie und dem existenziellen Bruch beim Ausstieg. Reiners Perspektive als Zuhörer bringt eine besondere Tiefe in die Interviews, während Regisseur Günter Moritz und Editorin Monika Agler diese Begegnungen in dichten, emotional aufgeladenen Bildern und Rhythmen erfahrbar machen. ‚Ich war ein Zeuge‘ ist ein Film über Kontrolle, Glauben, Schuld, Identität – und die fragile Grenze zwischen Mitgefühl und Überforderung.


