Stefan Paul
Ehrenfilmpreisträger 2025
Filmverleiher, Kinobetreiber und Regisseur
Stefan Pauls Lebenswerk steht für die Verbindung von Kunst und Engagement und zeigt, Kino war nie nur Unterhaltung, es war und bleibt eine Einladung zum Denken, Grenzen überschreiten und Diskutieren.
Für den regional und international bestens vernetzten Cineasten blieben Tübingen, die Region Stuttgart und der Südwesten stets sein Lebensmittelpunkt.
Sein Wirken strahlt weit über die Landesgrenzen aus und machte ihn zu einem wichtigen Player in der globalen Arthaus-Branche.
Stefan Paul, geboren 1946 in Leipzig, wuchs in Stuttgart auf. Er studierte in Tübingen Germanistik und Amerikanistik und organisierte damals zunächst auch Filmabende, Rockkonzerte und politische Diskussionen.
1974 gründete er das Kino Arsenal, das erste Programmkino Baden-Württembergs, und machte den Ort zu einer Keimzelle der alternativen Filmkultur.
Kurz darauf gründete Paul den Arsenal Filmverleih. Als Verleiher war er Vermittler zwischen Kunst und Publikum und brachte Werke von Wim Wenders, Jean-Jacques Beineix, Bertrand Tavernier, Bent Hamer, Hany Abu-Assad, John Waters und vielen internationalen Regisseur:innen ins deutsche Kino.
Früh entdeckte er das ‚neue amerikanische Kino‘ für das deutsche Publikum. Parallel drehte er Musikdokumentationen über Bob Marley, Mercedes Sosa und Rio Reiser.
Stefan Pauls Name steht für künstlerisch anspruchsvolles, politisches Kino. Er hat Generationen von Zuschauerinnen und Zuschauern mit Filmen in Berührung gebracht, die anders waren – kompromisslos, künstlerisch, mutig.
Für sein Lebenswerk wurde er mehrfach ausgezeichnet, zuletzt bei den Internationalen Hofer Filmtagen und mit der Hölderlin-Plakette der Stadt Tübingen.
Auswahl Filmografie / Regie / Verleih
`Reggae Sunsplash’ Musikfilm mit Bob Marley, Peter Tosh, Jimmy Cliff (1977)
‘Mercedes Sosa – Sera posible el Sur – Ist der Süden möglich?‘ von Stefan Paul (1980)
‚Laß uns ‚n Wunder sein – Auf der Suche nach Rio Reiser‘ von Stefan Paul (1983)
‚Diva ‚ von Jean-Jacques Beineix (1981)
‚Polyester‘ von John Waters (1981)
Hans Kammerer, Architekt’ von Stefan Paul (2001)
‚Elling‘ von Petter Næss (2001)
‚König von Deutschland‘ von Stefan Paul (2006)
‚Jan Plevka singt Rio Reiser – Eine Reminiszenz an den König von Deutschland’ von Stefan Paul (2005)
‚The Clash – Rude Boys’ von Stefan Paul (1984)
‘Paolo Conte alla Scala’ von Giorgio Testi (2024)
‘Aznavour by Charles’ ein Film von Charles Aznavour in der Regie von Marc di Domenico (2021)
‚Reinas – Die Königinnen‘ von Klaudia Raynicke (2023)
‚Mit Liebe und Entschlossenheit – Avec Amour et Enchantement‘ von Claire Denis mit Juliette Binoche
‚Schattenkind‘ von Andreas Reiner (2023)
‚Die Giacomettis‘ von Susanna Fanzun (2023)
‚Üben, üben, üben‘ von Laurens Pérol (2023)
‚Schleimkeim – Otze und die DDR von unten‘ von Jan Heck (2024)
‚Das Leben meiner Mutter‘ von Julien Carpentier (2023)
‚Friedrich Hölderlin – Dichter sein, unbedingt‘ von Hedwig Schmutte, Rolf Lambert, Thorsten Hierse, Friedrich Hölderlin (2020)
‚Der Schimmelreiter‘ von Francis Meletzky (2025)
‚Friedas Fall‘ von Maria Brendle (2024)
‚Darwin’s Nightmare‘ von Hubert Sauper (2004)
‚Corpus Christi‘ von Jan Komasa (2020)
‘Eine Nacht in Helsinki’ von Mika Kaurismäki (2022)
‚Grump‘ von Mika Kaurismäki (2022)
‚Mit einem Tiger schlafen‘ von Anja Salomonowitz (2024)