WILLKOMMEN zur 25. Filmschau Baden-Württemberg

Die Stunde der Gewinner – Impressionen von der Preisverleihung

Alle Gewinner - Filmschau und Jugendfilmpreis- der Preisverleihung

Katrin Gebbe
mit ''Pelikanblut"

"Der Preis geht an eine Geschichte, die sich einem psychologischen Sonderfall widmet. Eingebettet in ein Setting, das gleichzeitig besonders als auch alltäglich ist. Mit Figurenkonstellationen, die außergewöhnlich und doch vertraut sind. Vordergründig die Fallstudie einer reaktiven Bindungsstörung, doch darunter eine kontroverse Parabel über Emanzipation, in der die Selbstbestimmtheit einer Frau beständig Gefahr läuft, sich Zwängen zu unterwerfen, äußeren, sozialen, und selbstauferlegten. Ein Balanceakt in sperrigen Themen, der durch eine sensible Inszenierung, komplexe Bildsprache und mit geschickt gesetzten generischen Stilmitteln visuell und narrativ packend gemeistert wurde. Die Verstörung entsteht nicht mit dem Holzhammer, sondern im Detail mit einer beunruhigend nachvollziehbaren Emotionalität. Durch die unkonventionelle, mutige Annäherung des Sozialdramas an den Genrefilm gelingt es, den psychischen Druck der Protagonistin auf das Publikum zu übertragen. Wir fühlen die Bedrohung der Familie, spüren die Konsequenzen für die Mitmenschen und verstehen dennoch den Wunsch einer Frau, einem traumatisierten Kind bis zur Selbstaufgabe zu helfen. Selbst wenn ihr Wille zum Wahn wird, der scheinbar alles legitimiert, auch ein riskantes, mystisches, in seiner Konsequenz erstaunlich schlüssiges Ende, das in ungewöhnlicher Weise versöhnlich und bedrohlich zugleich, sein Publikum herausfordert."

Regisseurin Katrin Gebbe gewinnt den Baden- Württembergischen Filmpreis für ''Pelikanblut''

Martin Busker
mit 'Zoros Solo'

"Es gibt sie – die Filme, die auf eine beschwingte Art Botschaften vermitteln. Die unter anderem also zum Lachen und zum Nachdenken anregen. Schön, dass eine solche Regie ‐ Arbeit in die Auswahl zur baden ‐ württembergischen Filmschau gelangt ist, denn für die Jury ist genau dies ein Ansatz, den die Filmbranche weiterverfolgen sollte. Wir sind der Meinung, dass E und U, vermeintliche 'Hoch ‐ und Popkultur', sich gegenseitig nicht ausschließen. Dass Leichtigkeit und Schwere neben ‐ und miteinander Raum und Anerkennung verdienen, auch auf Filmfestivals."

Martin Busker's ''Zoros Solo'' erhält eine Lobende Erwähnung

Johannes krug
mit 'Divine 419 -­ Hawkers Hustle'

"Dieser Film hat 'Seele'. Im wahrsten Sinne, denn die Geschichte der Straßenverkäufer, die sich in ihrer Not als Straßenprediger ausgeben, hat die Jury emotional berührt und überzeugt. 'Divine 419 ‐ Hawkers Hustle' ist formal zurückhaltend, wie bestechend ehrlich. Die authentische Inszenierung zieht sich nicht streng an einer Form entlang, sondern lässt den Figuren im Spiel und der Geschichte ihren Raum. Das ist nicht perfekt, aber berührend und voller Lebensfreude. Wir sind hautnah dran, wie die Träume der beiden Protagonisten sie kreativ werden lassen müssen. Kwane und Joshua überzeugen ohne moralischen Zeigefinger und trotz aller Rückschläge, mit ihrer ehrlich unehrlichen Geschichte über Hoffnung."

Der Preis für den besten Kurzspielfilm geht an Johannes Krug für ''Divine 419 -­ Hawkers Hustle''

Alla Kovgan
mit 'Cunningham'

"Die Regisseurin porträtiert in ihrem Film das Leben des Tänzers und Choreographen Merce Cunningham bis in die Mitte der 1970er. Das klingt so einfach wie banal – und ist doch so schwer. Das umfangreiche Archivmaterial hat sie nicht nur kenntnisreich ausgewählt, sie hat es auf eine moderne und ungewöhnliche Art in den Film eingebettet. Die neu inszenierten Tanzaufnahmen geben mehr als nur einen Eindruck der Arbeit von Cunningham wieder. Sie zeigen, wie zeitlos dieser Künstler gearbeitet hat. Nicht zuletzt lässt er seine Zuschauer teilhaben an dem kreativen Melting Pot im New York der 1960er Jahre, in dem Künstler wie John Cage, Robert Rauschenberg und eben Merce Cunningham Kulturgeschichte geschrieben haben. Ein gutes Ballett ist die Einheit von Choreografie, Tanz, Musik und Bühnenbild. Dieser Film erweitert dieses noch um eine weitere, optische Dimension. So wird ‚Cunningham‘ zu einem Gesamtkunstwerk, das einen staunen lässt. Alla Kovgan lässt ihre Zuschauer teilhaben an der Faszination des modernen Tanzes, der revolutionär sein kann und so viel mehr als pure Kunst um der Kunst willen ist."

Die Produzentin Jamila Wenske nimmt den Preis für den Dokumentarfilm ''Cunningham'' entgegen. Das Preisgeld wurde vom Haus des Dokumentarfilms gestiftet.

Jasmin Astaki-­Bardeh
mit 'Zwischentage'

"Der Film zeigt, was vom einstigen Motor des bundesdeutschen Wirtschaftswunders übrig bleibt. Kulissen einer Industrie die überflüssig geworden scheint. Kulissen aber auch für eine Zukunft als Horrorlabyrinth, in dem Bergarbeiter als Zombies die Besucher das Gruseln lehren sollen."

Matisse Gonzalez
mit 'Gravedad'

"Der Film entführt den Zuschauer in eine fremde, traumartige Welt, die ihren eigenen Regeln folgt. Gemeinsam mit der Hauptfigur erlebt er, was es bedeutet, an leichten Tagen zu den Sternen zu schweben, während die schweren Tage scheinbar keinen Trost bieten. Erzählt wird diese Welt in einem mutigen Animationsstil, der auf organische Linien und reduzierte Farben setzt, ohne die Figuren dadurch ihrer Glaubwürdigkeit zu berauben. Die fast märchenartige Erzählstruktur des Films wird dabei durch den gekonnten Einsatz von unerwarteten, humorvollen Elementen aufgebrochen, wobei das Medium des Animationsfilms gleichzeitig spielerisch und gezielt eingesetzt wird. ‚Gravedad‘ erschafft damit eine glaubhafte Welt, deren Figuren den Zuschauer anregen darüber nachzudenken, was es bedeutet mutig für seine Träume einzustehen."

Matisse Gonzalez erhält den Preis für ''Gravedad'' in der Kategorie Animationsfilm

Pascal Schelbli
mit 'The Beauty'

'The Beauty' von Pascal Schelbli "sticht mit seinen ästhetischen Bildern und fotorealen visuellen Effekten heraus. Der professionell umgesetzte Spot kombiniert das real gedrehte Filmmaterial mit 3D ‐ animierten Kreaturen, die perfekt integriert in Szene gesetzt werden und das aktuelle Thema 'Müllverschmutzung in den Weltmeeren' gut veranschaulicht."

Pascal Schelbli's ''The Beauty​'' erhält eine Lobende Erwähnung

'Schwarz-­IT //, Bist Du bereit für Großes'

"Es ist ein Thriller, der die Qualitäten einer Sequenz aus der ‚Bourne‘ ‐ Reihe, eines Ausschnitts aus ‚James Bond 007‘ oder eines Stücks aus ‚Mission Impossible‘ hat. Es ist Vorstellung des motivierenden Missions ‐ Chefs, es ist die Einführung der cleveren Mitglieder eines High ‐ Tech Spionageteams und es ist die Darstellung einer herausfordernden Mission, die die gesamte Crew und alle Teilnehmer persönlich weiterbringt und die einer tollen Sache dient. Das Recruiting ‐ Stück 'Bist Du bereit für Großes?' ist ein sehr gelungener Werbefilm zum Thema Employer Branding und Human Ressources ‐ Entwicklung. Er zeigt die Aufgaben und Anforderungen der Schwarz IT gelungen und die Spannung bleibt bis zum Schluss. Nach diesem Stück wollen alle Bewerber und Bewerberinnen zwischen 20 und 30 Jahren bei diesem Betrieb anheuern. ‐ Die Schwarz IT hat ein schwieriges Thema sehr gut angesprochen und für die Zielgruppe spannend umgesetzt."

 'Playmobil -­ Finya und Florin bei den
Meerjungfrauen'

Produktion Woodblock GmbH & Co. KG, Auftragggeber geobra Brandstätter Stiftung & Co. KG und 'Diakonisches Werk der evangelischen Kirche in Württemberg e. V.', Produktion AV Medien Film und Fernsehen, Auftraggeber Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden ‐ Württemberg.

Der Baden-Württembergische Ehrenfilmpreis 2019

Bereits in dritter Generation leitet Dr. Karin Fritz die EM-Filmtheaterbetriebe, dem Kinobesucher besser bekannt als die Stuttgarter Innenstadtkinos mit den Kinos Gloria, Metropol, EM und Cinema. Ihre Filmtheater sind heute maßgeblich am Erfolg der großen Filmfestivals in der baden-württembergischen Landeshauptstadt beteiligt und als deren Partner, Zentrum und Abspielort nicht mehr wegzudenken.

Für dieses Engagement zeichnet das Filmbüro Baden-Württemberg Dr. Karin Fritz mit dem diesjährigen Baden-Württembergischen Ehrenfilmpreis aus. Die Verleihung findet am Sonntag, 8. Dezember, zum Abschluss der 25. Filmschau Baden-Württemberg im Rahmen der feierlichen Preisverleihung statt. 

Unser Programmheft ist nun auch online verfügbar

Informieren Sie sich ab sofort über alle Veranstaltungen der Filmschau Baden-Württemberg, des Jugendfilmpreises Baden-Württemberg, sowie der setUp Media in unserem brandneuen Programmheft. Selbstverständlich steht das Programmheft auch als kostenlose PDF-Version für Sie zum Download bereit.

Rückblick 24. Filmschau Baden-Württemberg 2018

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